Das Ende und ein neuer Anfang

23Sept2014

Bereits ein Jahr ist es mittlerweile her, dass wir das Reich der Mitte verließen um in die heimatlichen Gefilde zurückzukehren. Kaum denkbar, dass unsere Erinnerungen an die zahlreichen spannenden, schönen und auch anstrengenden Erlebnisse verblassen. Ehrlich gesagt fehlt uns einiges jetzt schon sehr, sei es der Straßenmarkt an der Ecke, die buntleuchtenden Städte, das Zeichen entziffern wie zwei Schulanfänger oder die Ruhe alter Pagoden inmitten pulsierenden Lärms.

Unsere neuesten Abenteuer in und bei Paris, auf einem Teil des französischen Jakobsweg von Bayonne bis Logrono und in Barcelona werden wir unter caminopanda.auslandsblog.de festhalten.

再见 !

Mel und Uwe

ལྷ་ས་

30Juli2013

An dieser Stelle mal ein lange aufgeschobener Nachtrag über die letzte große Station unserer Abschlussreise quer durch das Reich der Mitte - Lhasa!

Das wir bis hierhin kamen war ein glücklicher Zufall. In dem Hostel, in dem wir in Chengdu blieben, wird auch ein Reisebüroschalter betrieben, an den wir uns aus einer spontanen Laune heraus einmal wandten und fragten, ob wir überhaupt die Erlaubnis, nach Tibet reisen zu dürfen, bekommen könnten. Dieses Jahr erst wurden die Bestimmungen wieder etwas gelockert. Wenn wir eine genau festgesetzte An- und Abreise einhalten und Lhasa nicht verlassen dürfen wir uns sogar alleine frei bewegen. Also bis auf die Sehenswürdigkeiten, die darf man nur mit angeheuertem Führer besichtigen. Aber auch hierfür hatten wir Glück, eine waschechte Tibeterin (sah aus wie 40, war aber so alt wie wir) begleitete uns vier Tage quer durch die Stadt unter den Wolken und wurde der Erläuterungen nicht müde. 

So reihten wir uns ein, wenn auch mit nicht auf den Boden werfender Hingabe, in den nicht enden wollenden Strom der Pilger, die, stets im Uhrzeigersinn, die heiligen Stätten in der Stadt, allen voran den Barkhortempel, umrunden. 

Der berühmteste Ort der Stadt, der Potala-Palast, überragt die gesamte Stadt um ein weites und ist von fast überall gut sichtbar. Natürlich haben wir ihn erklommen und besichtigt, können hier nur leider keine Fotos davon zeigen, wie er innen aussah, denn das Fotografieren ist verboten. Sahen wir doch nur einen Bruchteil der 999 Zimmer mit den insgesamt 999 Fenstern, nach zahlreichen privaten Gemächern und mauscheligen Empfangszimmern der verschiedenen Dalai Lamas, statuenbesetzen Tempeln und Grabmälern (die mit 12 Meter höchste Stupa, also ein Grab oder oberirdischer Sarkophag eines großes Buddhisten, der sich entschied sich nicht verbrennen zu lassen und in den Kreislauf wieder ein zu gehen, sondern unter den Sterblichen zu bleiben um Ihnen den Weg zu weisen, ist mit tonnenweise Gold verziert) weiß man schon nicht mehr wohin man vor lauter Staunen die Augen richten soll.

Wurde schon erwähnt, dass die intensive Religiosität in Tibet an vielen Orten sichtbar ist? So lag auch gar nicht weit von unserer Herberge dieser andere, endlich mal nicht von Touristen überlaufene, aber authetische Ort - der Schrein der tausend Buddhas. Hierher pilgern täglich tausende Tibeterinnen und Tibeter um (Yak-Butter-)Kerzen zu entzünden, zu beten oder zu meditieren. Rundum kann man hier auch viele Anhänger oder religiöse Glücksbringer kaufen, oder auch Steine, denn Gebete kann man so auch festhalten. Es kann dabei um alles mögliche gehen um was gebetet wird, vielleicht ist der Hund verstorben oder man wünscht seinen Verwandten Gesundheit, alles kann man dann in Stein meißeln lassen. Diese Steine werden dann übereinander gestapelt und so wachsen meterhohe Berge von Gebeten an den Wegesrändern!

Wenn die Luft dünn wird

27Juli2013

2000 Kilometer, über 5000 Meter hohe Pässe und das in nur 24 Stunden - das schafft man nur mit der Bahn nach Tibet. Würde man nach Tibet fliegen, wird man nicht nur sehr wahrscheinlich der Höhenkrankheit erliegen, sondern auch die herrliche und unglaublich abwechslungsreiche Landschaft verpassen. Etwas akklimatisiert und mit Rhodiola gegen die Höhe gefeit, fuhren wir durch weite Wüstenlandschaften Qinghais, über Pässe zwischen schneebedeckten Bergen, umsäumt von Gletschern, hinein in das Hochland von Tibet, vorbei an Herden von Yaks und mit Gebetsfähnchen geschmückten Berghügeln bis zu der Stadt unter dem blauen Himmel, wo die Wolken so nah sind. 

Reisender, kommst du nach Xining...

26Juli2013

... verweile nicht. Oder zumindest nicht im Lete Youth Hostel. Es ist bescheiden günstig, und man bekommt auch genau das für sein Geld - kleine schmuddelige Zimmer an chaotischen Gemeinschaftsräumen, die seit zehn Jahren nicht mehr entstaubt worden sind, Möhle in jeder freien Ecke, ein Lächeln an der Rezeption kostet wohl schon extra. Okay, für einen Stromausfall kann man ja nix. Dabei haben sie's eigentlich ganz interessant, fast loftmäßig, dort oben in der 15ten und 16ten Etage eines Hochhauses. Sind wohl aber auch einfach überfordert mit dem Instandhalten eines Hostels. In der Nacht in der wir ankamen schlief auch jemand einfach auf der Couch im Gemeinschaftsbereich. Den Herr durften wir später etwas kennenlernen: Robert Neu, Reisejournalist. Zu der Zeit hing er etwas fest, da sich niemand bereiterklärte ihn zur Quelle des Jangtse zu bringen.  

Aber man will ja das Beste daraus machen, was man hat. Von den Rund 1,2 Millionen Einwohnern der Stadt Xinings sind ein Drittel Muslime, was man auch unverkennbar am Stadtbild erkennt. Insgesamt soll es etwa 40 Moscheen geben, die größte, die Dongguan-Moschee bietet bis zu 50000 Gläubigen Platz, während des Ramadan sollen bis zu 300000 Hui (so werden die chinesischen Moslems als Minderheit genannt) hierher pilgern. Das war uns mal einen Blick wert.

der Eingangder Platz zwischen Eingang und Betsaal das eigentliche Betsaal (interessanter Stil-Mix!)

Rund um die Moschee gibt es dann, wie auch in den meisten anderen Städten mit Hui-Minderheit, ein muslimisches Viertel. Auf den Straßen geht es rege zu, Verkäufer bieten frisches Obst und gebackene Fladen, kürzlich geschlachtetes Fleisch, Yak-Yoghurt und andere verschiedenste Lebensmittel lautstark feil, Taxen quetschen sich durch die Massen von Besuchern und über allem liegt ein bekömmlicher Geruch von Gewürzen.

 

Zwischenstop Xining 西宁

24Juli2013

Es wird eng in Xining! Wir sind anscheinend gerade in der Hauptreisezeit für diese Region angekommen und dieses überschauliche Städtchen hat Probleme für genug Betten in den Hostels zu sorgen. Xining liegt auf 2300 Meter Höhe im Osten der Provinz Qinghai, in der es schon sehr einsam und ursprünglich wird, je mehr man nach Westen geht. Für uns ist es der Startpunkt unserer Reise nach Tibet, denn hier beginnt die Qinghai-Lhasa-Bahn. Es gibt einen Shuttlebus in die Stadt, interessant war nur zu erraten, wo wir aussteigen mussten. Mit Gefühl und Karte, kamen wir, mit den meisten anderen, genau richtig aus dem Bus. Mit dem Taxi dann noch zum Hostel, wir hatten wegen der Hochsaison extra reserviert, dabei extra um ein schönes, großes Doppelzimmer mit Bad gebeten. Und naja gut: immerhin haben wir ein, wenn auch tropfendes, Dach über dem Kopf und im dem geteilten Bad gibt es warmes Wasser. Aber leider bleibt's auch das unfreundlichste Hostel, in dem wir je abstiegen. Kompensation für 18 Stunden kein Strom gestern? Zwei Teelichter.

Über die Enttäuschung hat ein guter HotPot und ein Ausflug ins Museum für Tibetische Kultur und Medizin hinweggeholfen.

Hier hängt die längste Thangka, eine bemalte Papierrolle, der Welt. Er zeigt die gesamte Geschichte des tibetischen Buddhismus von der Entwicklung des Menschen über sämtliche Buddhas, Schutzgötter, Dämonen und so viel mehr, das man kaum noch aufnehmen kann. 400 Künstler brauchten 4 Jahre um diese 600m (!) Rolle äußerst detailreich in den buntesten Farben von Hand zu bemalen. 

  

HotPot oder Feuertopf - fünf Liter Chili, bitte!

23Juli2013

Das Essen in Sichuan ist mitunter wahnsinnig lecker. Lecker, denn es ist schön scharf, aber auch etwas wahnsinnig, es ist keine Seltenheit nach dem Essen eine halbe Stunde einen etwas betäubten Mund zu haben. Mala - 麻辣 - betäubend scharf, heißt das dann auf Chinesisch und viele Gerichte kann man so gewürzt bestellen. Wenn man denkt, es geht kaum noch schärfer, findet man manchmal noch kleine Körnchen, die einem den letztem Atem rauben. Das ist dann Sichuanpfeffer. Richtig schön frisch kribbeln beim Essen dann die Lippen und sind dann wie betäubt.

Den gewöhnlichen Hot Pot oder Feuertopf, wie ihn manche Deutsche nennen würden, hatten wir schon einmal vorgestellt. In Chengdu wurden wir mit einer interessanten Spießchen-Variante überrascht. Anstelle von Tellern mit Zutaten, die man sich vorab bestellt, ordert man sich bei Yuans ChuanChuan nur einen großen Topf voll Feuerwasser und kann sich dann in einem großen Kühlraum seine Lieblingszutaten auf Spießchen holen, alles was einem gefällt. Eine riesige Auswahl von Mais, Kartoffeln, Tofu, Brokkoli, Salatblättern, Pilzen und vielen mehr, wobei man pro Spieß umgerechnet nur zwischen einem und 15 Cent bezahlt. Da kommen schnell ein paar Hölzchen zusammen und man köchelt den ganzen Abendglücklich vor sich hin. Als Sauce gibts viel Knoblauch, Chilli, Koreander, Erdnussöl und Sojasauce zum selbstzusammenstellen.

Gestern morgen sind wir in Xining angekommen. Hier zum Zeigen noch eine andere Variante des Feuertopfs von unserem Mittagessen in Xining, die wir auch in Beijing schon gesehen hatten: verschiedene Gemüse, ein paar Nudeln, ein wenig Fisch und Fleisch köcheln rundherum (heiß gehalten wird das durch Kohle, in der Mitte des Vulkans)  

大熊猫 - die große Bergkatze

16Juli2013

Das bekannteste und beliebteste Tier Chinas ist wohl gemeinhin der daxiongmao - der große Panda. Weil die schwarzweißen, fast nur bambusfutternden Fellknäule aber auch stets vom Aussterben bedroht sind, hat man sich ihrer angenommen und in Chengdu die weltweit größte Pandazuchtstation gebaut. 

Der Eintritt ist überraschend günstig, umso so schöner, dass man sich dann in einem liebevoll angelegten Park wiederfindet. Wege durch dichte Bambuswäldchen führen von Gehege zu Gehege, beziehungsweise den Gebäuden.

Jetzt im heißen Sommer sind die Bären in ihren wohltemperierten Räumlichkeiten, wo sie auch nur vorallem dösen. Morgens soll die beste Zeit sein, sie zu besuchen, weil sie für das Bambusfrühstück etwas wacher sind.

  

Bis zu 80 Tiere sollen in Chengdus Zuchtstation leben, alle bekommt man aber wohl nicht zu sehen. Dafür aber sogar schon von klein auf: Durch Fensterscheiben kann man in einen Blick in das Geburtshaus werfen, in dem in Brutkästen die ganz kleinen, gerade mal 150 Gramm schweren Pandajungen in Brutkästen liegen. Unter der rosa Decke kann man den rosa Schwanz des gerade mal 5 Tage alten TingTing ausmachen. 

 

Weitläufig wie das Gelände ist hat es aber noch mehr zu bieten: Auch die kleinen Pandas werden hier gehegt und gezüchtet. Man kommt gefühlt unheimlich nah heran, wandert man doch über angelegte Wege mitten durch ein riesiges Gehege. 

Den Teil, dem wohl am wenigsten Beachtung geschenkt wird, haben wir nicht ausgelassen, sondern uns auch die große Schmetterlingssammlung angesehen. Hunderte, wenn nicht mehr als Tausend präparierte, teilweise riesige, aber auf jeden Fall unheimlich farbenfrohe Exemplare sind hier in Glaskästen ausgestellt. Bei uns hinterliess das zwar auch einen etwas morbiden Eindruck, wären sie flatternder doch schöner, aber schauen schad ja auch nix.

  

auf nach Sichuan - Chengdu - 成都

12Juli2013

Eine kurze Zugfahrt über zwei Stunden und wir waren in Chengdu, der Hauptstadt Sichuans. Chengdu scheint sehr beliebt zu sein unter den Rucksacktouristen, viele treibt es hierher. Dabei ist die Stadt auf den ersten Blick noch gar nicht so besonders. Vorallem regnet es zurzeit viel und zwei Tage haben wir uns in unserem Hostel verkrochen, wie auch die meisten anderen. Warum sind die Herbergen auch meist so liebevoll eingerichtet!

 

Wir bekamen ein großzügiges Hostelzimmer und folgten abends einer Empfehlung ein Hot Pot Restaurant auszuprobieren, das anstatt von einem großen Hotpot in der Mitte für jeder Person seinen eigenen Mini Hot Pot bereitstellt.

Das Ambiente war edel und unsere Hot Pots die besten die wir bisher gegessen haben. Man sucht sich zuerst den flüssigen Inhalt seines Hot Pots aus, chilischarfe Brühe gibt es sowieso, außerdem entschieden wir uns für pilzige beziehungsweise saure Brühe mit Kräutern und Gewürzen. Dazu ordert man sich dann die Beilagen, die man selbst wie man möchte darin köchelt, denn der Hotpot steht auf einer Herdplatte, die man regulieren kann.

Wir hatten Rind- und Lammröllchen zum Probieren und eine tolle Auswahl an Pilzen, Salat und Kartoffeln. Außerdem hatte das Restaurant eine große Bar zum selber zusammenstellen von Dipsaucen mit Gewürzen, Soßen, Pasten und Kräutern je nach Gusto. Ein ganz ganz toller, gemütlicher Abend!

 

Vorgestern sind wir dann in ein anderes Hostel umgezogen, das schöner und größer ist. Überrascht waren wir vom "Tibet Travel Desk" neben der Rezeption und haben uns neugierig erkundigt, welche Möglichkeiten man zur Zeit hat. Um nach Tibet einreisen zu dürfen braucht man eine bestimmte Erlaubnis, die vor April 2013 temporär nicht ausgestellt wurde. Man muss diese Erlaubnis beantragen und sich einen Guide organisieren, der ständig dabei sein muss. Das Personal hier ist sehr kompetent und routiniert dass ich mich sehr freue erzählen zu können, dass wir Ende des Monats einen dreitägigen Trip nach Lhasa geplant haben! 

Zur Zeit ist in Sichuan und Yunnan Regenzeit und die schlimmsten Fluten seit 50 Jahren wüten durch die Provinzen. Wir hatten eigentlich geplant zum sagenumwobenen Naturpark Jiuzhaigou zu fahren, aber leider sind zurzeit die Straßen dorthin durch Erdrutsche blockiert. Naja, genießen wir halt noch mal den großen Garten hier. Wir hoffen auf ein gutes Durchkommen und werden eher in den Norden und in die Berge reisen und uns die tibetischen Bereiche ansehen, wenn alles klappt.

Hochhausschluchten und freundliche Taxifahrer in Chongqing - 重庆

07Juli2013

Und dann war's auch leider schon wieder vorbei mit der Kreuzfahrt. An einem Sonntag liefen wir in der Riesenstadt Chongqing ein. Chonging ist eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt, jedes Jahr drängen sich noch mehr Leute in diese bereits jetzt so volle und etwas schmuddelige Stadt, also heißt es dann weiterhin viele anonyme Hochhäuser bauen. Die Skyline hier ist daher unheimlich urban, so, wenn nicht noch beängstigender, muss es sich dann wohl in Hongkong anfühlen.

Wir sind uns selbst nicht ganz einig geworden ob die Chongqinger daher ein besonders nettes Gemüt haben oder ob wir einfach Glück hatten, als wir äußerst geduldig und engagiert durch das Wirrwarr der Straßen zum brandneuen, gemütlichem Hostel oder am nächsten Tag schon zum Zug Richtung Sichuan gebracht wurden.

Zwischen den Schluchten II

06Juli2013

Am zweiten Tag haben wir den Wecker überhört und wurden durch wildes Klopfen von unserem besorgten Guide geweckt. Der war übrigens ungefähr in unserem Alter und konnte nur Chinesisch sprechen, gab sich aber immer große Mühe sich uns mitzuteilen und uns nicht zu verlieren.

Wir haben ein anderes nettes Pärchen kennengelernt, die lange in Frankreich und Algerien gelebt hatten und an diesem frühen Morgen die einzigen außer uns waren, die sich früh um sieben auf den Weg zur Tempelanlage machten. Wie diese heißt, war uns allen zu dem Zeitpunkt nicht klar, um es authentisch zu halten, schlage ich jetzt nicht nochmal nach, sondern zeige mal die Bilder:

Nachmittags haben wir vor Fengdu angelegt, der "Geisterstadt", die unglaubliches an taoistischer und buddhistischer Tempelkunst aufzeigt. Hier konnten wir eine unglaubliche Vielfältigkeit der Architektur entdecken, zum Teil noch frisch und leuchtend bunt gestrichene Räume, die den Besuchern ein Bild der buddhistischen Hölle zeigen sollen.

Abends vor dem Sonnenuntergang kamen wir merklich Chongqing näher, wussten wir vorher schon um dessen gewaltige Größe und eher luftverschmutzten Verhältnissen. Etwas schockiert fuhren wir an einer riesigen Fabrik vorbei und beobachteten, wie die Sonne langsam hinter den Bergen versank. Naja, Smog macht immer schöne Sonnenuntergänge!

Zwischen den Schluchten

05Juli2013

Wir hatten drei Übernachtungen und zwei ganze Tage, an denen wir immer schöne Ausflüge machen konnten.

Am ersten Morgen warteten wir leider vergeblich auf einen beeindruckenden Sonnenaufgang, es wurde einfach langsam heller und die Sonne versteckte sich hinter leicht diesigem Wetter und den gewaltigen Bergen. 

Dafür wurden wir dann um sieben Uhr morgens auf kleine hübsche Boote umgeladen und sind zwei Stunden durch eine wunderschöne Landschaft engerer Schluchten, rund um den so genannten Feengipfel gefahren worden. Zwischendurch konnten wir einmal aussteigen und selbst am Hang die Umgebung erkunden.

Mittags fuhren wir dann durch die Schlucht, die auf dem 10Yuan Schein abgedruckt ist:


 

Nachmittags haben wir angelegt und konnten über eine Brücke auf eine kleine Insel gelangen und uns dort die Tempelanlage Baidi ansehen, die auf dem Inselberg Baidicheng (Weisse-Kaiser-Stadt) im Yangtse liegt und eine tolle Aussicht zu bieten hat.

Abends gab es dann noch einen beeindruckenden Sonnenuntergang zu betaunen.

 

Drei Tage Traumschiff: Kreuzfahrt durch die Drei Schluchten

04Juli2013

Endlich, der Tag an dem wir auf's Schiff durften! Es war gut, dass wir nicht die teurere Tour genommen hatten, sonst wären wir auch nur noch einen Tag durch den Staudamm geschleust worden. Und so spannend ist stundenlanges Schleusen ja nun doch nicht. Also wurden wir in einen Bus geladen und kamen irgendwann an um festzustellen, wir müssten jetzt auf einen anderen Bus warten. Aber wir könnten uns in der einstündigen Wartezeit "die Show" ansehen. 

Etwa irritiert, freuten wir uns dann aber doch sehr über die Vorstellung, die, wie sich herrausstellte, eine Art Drei-Schluchten-Staudamm-Tanzmusical mit Akrobatik war. Die Geschichte des Staudamms wurde auf Monitoren in chinesisch und englisch links und rechts der Bühne gezeigt, zwischendurch die dazu passenden Darbietungen der Künstler.

 

Gegen 22Uhr schifften wir ein und konnten ganz oben auf dem kleinen, etwas maroden, rein chinesischen Touristenschiffchen auf dem vierten Deck unser Zweierzimmer beziehen. Für einen kleinen Aufschlag bekam man Zutritt zum Draußensitzbereich mit Tee und Sonnenblumenkernen satt für die gesamte Reise. Wir präsentieren die "Ren Yuan": 

 

Aber zugegeben, die Kombüse bietete nicht gerade die allerfeinsten Speisen. Das erklärt auch, warum die meisten Passagiere auf Selbstverpflegung mit Tütensuppen oder Snacks an den Anlegestellen setzten.

Yichang und der Drei-Schluchten-Staudamm 宜昌 --> 三峡大坝

03Juli2013

Yichang ist eine kleine Stadt, die vorallem für die Nähe zum Drei-Schluchten-Staudamm und damit auch als Endpunkt von Jangtse-Flusskreutfahrten bekannt ist. Gerade mal drei Zugstunden von Wuhan entfernt, wurde es unsere erste Station auf unserer großen Abschlussrundreise. Gemütlich nachmittags angekommen sind wir zuallererst in ein Reisebüro um mal nach einer passenden Kreuzfahrt zu fragen. 

Nach einigem Hin- und Her konnten wir eine 4 Tage Tour, 1. Klasse auf einem chinesischen Schiff buchen. Dadurch ließ sich doch erheblich sparen im Vergleich zu den (zugegebenermaßen vermutlich wesentlich komfortableren) Touristenschiffen, die für Ausländer eingerichtet sind. Wir bekamen lediglich einen Zettel mit Stempel als Quittung, eine Adresse mit Abfuhrdatum und eine Telefonnummer und hatten noch zwei Übernachtungen in Yichang bis zum Start. 

In Yichang gibt es viele Krabben- und Garnelenrestaurants, wir blieben aber doch bei toll gewüztem Tofu mit besonders geräuchertem Speck als Spezialität Yichangs, der dann in der Mitte des Tisches über einer kleinen Flamme weiterbrutzeln kann. 

Am nächsten Tag wollten wir dann mal gucken, ob wir einen Blick auf den Staudamm bekommen könnten. Es gibt eine teure touristische Aussichtsplattform, die Uwi auch schon mal besucht hatte aber auch eine Beschreibung für das Erreichen der anderen Seite, wo nur wenig Leute sind und der Ausblick kostenlos ist. 

Wie soll man schon so ein Gebilde nicht sehen können! 

Der Bus hat umgerechnet gerade mal 2 Euro gekostet und wir mussten hin und zurück vielleicht fünf Minuten warten, alles super komfortabel und klasse geklappt. Der Aussichtspunkt war klein und nicht überlaufen, es gab einen kleinen Touristenshop und etwas zum frühstücken. 

Der Ausblick war fantastisch, dieses riesen Wasserkraftwerk ist mit seinen 18,2 Gigawatt Leistung das größte der Welt, 2,3km lang, 175m hoch und ein Bauprojekt das vom Aufwand und seinen Folgen eine lange Geschichte mit sich bringt. 

 

Übrigens: Wen es zufällig auf diese Seite verschlägt (wir wissen, dass es euch gibt! :-) und irgendwelche Tips geben oder haben möchte, wir freuen uns immer über Feedback und geben auch gerne Auskunft über die hier beschriebenen Routen und Busse. 

Perlen der Prüfung

01Juli2013

Wenn im letzten Monat zu wenig von uns zu hören oder zu sehen war, dann lag das daran, dass das Ende des Semesters näher rückte und damit auch die Abschlussprüfungen.

 Symbolbild ;-) 

Als erstes versuchten wir uns am Bestehen des HSK-Test. Der HSK ist ein Sprachniveaunachweistest über unsere Fähigkeiten im Mandarin. Es gibt ihn in sechs Stufen, die dann ungefähr den Niveaustufen europäischer Sprachen A1 bis C2 entsprechen sollen, geprüft wird entweder altmodisch mit Zettel und Bleistift oder an weniger vielen Orten am Computer. Hat beides seine Vorteile: Hat man bei der ersten Variante mehr Zeit schon Fragen und Antworten etwas zu lesen, bevor man den Dialog dazu hört, vereinfacht das Schreiben am Rechner den letzten Testteil, da man nicht jedes Zeichen ganz genau kennen muss, da bei der Eingabe vom Computer verschiedene Vorschläge gemacht werden zum dementsprechenden Pinyin (der Lautumschrift), das man über die Tastatur eingibt.

Wir versuchten uns internetbasiert an der vierten Stufe, für die man dann ungefähr ein Jahr gelernt und 1200+ Zeichen drauf haben sollte. Größtenteils ist der Test dann multiple choice mit 4 Antwortmöglichkeiten, die ersten 30 Minuten hört man kurze Dialoge, anschließend hat man 40 Minuten Zeit um Fragen zu kurzen Texten zu beantworten und die letzte Viertelstunde bastelt man aus Wortgrüppchen Sätze oder muss selbst welche zu Bildern schreiben.

 

Sind lustige Sachen, die man dabei bearbeiten soll und erfahren kann! Morgens zwei Tomaten zu essen ist besonders gut für die Haut. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass man sich nicht mit zu heißem oder zu kalten Wasser die Zähne putzen sollte. Keinen Hunger zu haben ist kein Grund, morgens nichts zu essen. Aber es bleibt natürlich schwer: "Ach in dem Teil ging es um Bäume? Ich dachte um die Minderheiten in China..."

Die Ergebnisse gibt es dann einen Monat später, also ungefähr Mitte Juli wissen wir Bescheid, ob's gereicht hat oder nicht. Falls es nicht klappt kann man den HSK aber auch in Deutschland ablegen, seltsamerweise kostet er da noch nicht einmal so viel. Auch die Ergebnisse unserer Prüfungen für die Uni in den vier Fächer Chinesisch, Hören, Lesen, Sprechen und überraschenderweise auch für den HSK-Vorbereitungsunterricht lassen noch auf sich warten, später mehr dazu!

Auf Wiedersehen Wuhan!

30Juni2013

So, die Sachen sind gepackt oder schon per Post auf dem Weg nach D-Land, morgen oder übermorgen beginnt dann die große Reise.

Wir wollen Richtung Yichang, per Schiff durch die drei Schluchten und uns dann in Sichuan und den südlichen Provinzen alles ansehen. Hoffentlich treffen wir viele Pandas ^.^ erkunden mit geliehenen Fahrrädern Karstlandschaften und Reisterrassen und bestaunen Wasserfälle, Schluchten und alte Städte.

Durchgeplant ist nichts, aber wir sind nicht aus der Welt und versuchen weiterhin Bilder und Geschichten hier einzustellen.

Unsere Prüfungen liegen hinter uns, hier noch Bilder von unseren Lehrern mit Kommilitonen. Ich fand sehr positiv, dass wir durchweg sympathische, junge Muttersprachlerinnen als Lehrer hatten, besonders Scarlett unsere Base Chinese Lehrerin auf dem Einzelbild stand uns immer mit Rat zur Seite.

Scarlett, unsere Base Chinese - Lehrerin

Auf dem vorletzten Bild unsere Speaking Lehrerin, auf dem letzten unsere Reading/Writing Expertin. Unsere Kommilitonen waren buntgemischt aus Kolumbien, Afrika, arabischen Ländern, Korea, es waren bei Bildaufnahme bei weitem nicht alle da.

Wir müssen dann aber mal los, einmal Winken für alle, zai jian!

 

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