Berichte von 11/2012

Die große Mauer bei Badaling 八达岭万里长城

30Nov2012

Entweder man bucht die Mauertour ganz einfach für 30 Euro übers Hostel oder man sucht sich seinen Bus halt alleine. Ich war überrascht wie groß der "Busbahnhof" war, der sich über eine lange Straße erstreckte und übersät war von Taxi- und Busmafia, die den ganzen Tag nur darauf wartet ein Stück vom Touriekuchen abzukriegen.

Nach einem gefühlten Kilometer (war wohl ein halber) fanden wir nach etlichen Schildern die sagten der gesuchte Bus 919 sei jetzt Linie 877, ein Schild für einen Bus 919 und einen Mann, der uns davon abhielt den Bus zu nehmen, die Route sei geändert worden und uns anhielt auf einen anderen Bus zu warten. Nach deuten auf einen Bus daneben war herauszufinden, dass dieser zwar kein Expressbus wäre, aber mit Zwischenstationen etwas länger doch nach Badaling fahren würde. 

Theoretisch ist es also nicht schwer den Bus für 2 Euro zu kriegen, der fuhr gleich los und 45 Minuten später waren wir auch schon da.  

Wir hatten viel Glück mit dem Wetter, es war zwar kalt, aber die Sonne schien und es war klar, sodass die Sicht atemberaubend war.

 

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Beijing 北京 - NanLuoGu Xiang

28Nov2012

Beijing, NanLuoGu Xiang

Endlich lagen die Zwischenprüfungen hinter uns. Besonders Chinese Listening ist ein großer Spaß ohnegleichen (vgl. vllt. späteren Eintrag). Und so kamen wir nach einer gemütlichen Fahrt im Hartsleeper in die Hauptstadt - die uns mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel begrüßte.

Unser erstes Hostel war direkt in der schönsten kleinen Hutonggegend Beijings, um die NanLuoGu Xiang. Viele kleine Geschäfte, Cafes, fliegende (oder [vor der Polizei] flüchtende) Händler, Bars, Ess- und Teestände.

Kaum wollten wir los zum Sightseeing, kam schon jemand auf uns zu und bat uns auf einen Freund zu warten, sie wollen uns etwas fragen. Und wie es bei uns öfter vorkommt, kommt unverhofft nicht nur oft, sondern auch selten allein, sodass wir schnell von vielen chinesischen Studenten umringt waren, deren Hausaufgabe es war, Interviews zu führen und dabei zu filmen. Doch diesmal konnten wir mit der Nikon zurück- bzw. auch Fotos mit meiner Kamera knipsen lassen. 

欢迎 , 欢迎! - Huānyíng, Huānyíng!

18Nov2012

Also: "Herzlich Willkommen" auf unserem Blog!

Leider müssen wir nun ja zugeben, dass es eine ganze Weile gedauert hat, bis diese Seite entstanden ist, sind wir mittlerweile doch bereits zwei Monate in China. Wirklich viel ist auch noch nicht zu sehen und wenn, dann ist es vielleicht noch nicht ganz ausgereift. Angesichts des vielen Trubels, den der chinesische Alltag mit sich bringt, bitten wir alle Foto- und Neuigkeitsdurstigen um Nachsicht und Geduld. Wenn zwischen Unterricht, Reise und all dem anderen Quatsch Zeit ist wird hier weitergeschrieben werden.

Die Einträge sind chronologisch geordnet, die aktuellsten zuerst. MeiLin schreibt blau bis schwarz, WuWei dunkelrot. Da wir aber vorhaben auch mit bereits vergangenen Erlebnissen unser Leben hier in China zu illustrieren soll auch dazwischen mal etwas eingefügt werden. Scrollen muss sich wieder lohnen. Und die Seite wird dann sicher auch so schön übersichtlich wie eine Zeitreise mit dem Doktor. 

Viel Spaß wünschen 


梅琳 和 吴威

缘分 - yuánfèn - die Fügung, die Menschen zusammenbringt

17Nov2012

Der heutige Eintrag soll unserem Freund Peter gewidmet sein. Ich lernte ihn im März bereits kennen, seitdem wir in Wuhan sind ist er wieder ein treuer Begleiter. Ohne ihn wären wir hier so was von aufgeschmissen gewesen! Unermüdlich und zu jeder Zeit ist Peter für uns ansprechbar als Wohnungbeschaffer, Übersetzer, Helfer in der Not, Welterklärer, Mädchen für alles. Ich hoffe mit dem bisschen Deutsch, das man ihm Gegenzug beibringt, auch gut helfen zu können. In diesem Sinne ein Herzlichen Dank an Peter für Alles! (Auch wenn er es so ausgesprochen (typisch bescheidenerweise?) nicht mag. Für ihn sei das selbstverständlich. So viel Sorge wie wir ihm immer bereiteten - da muss er jetzt auch mal wieder durch). 

(... und jetzt alle, "Danke, Peter!")

谢谢,吴老师! - Danke, Herr Lehrer Wu!

16Nov2012

Heute hatte ich etwas Besuch im Unterricht. Ab und an kommen Interessierte vorbei, wenn ich mittwochs und freitags der Klasse GK12, also den Anfängern der Germanistik an der HUST, Sprechunterricht gebe. Und ja, die dürfen dabei auch mal sprechen. Mal. :-) Heute war es aber relativ frecher Besuch, sie hat gar nicht aufgepasst, konnte keine Frage beantworten, fand meine Spiele und Zungenbrecher doof und hat die ganze Zeit in einem Reiseführer gelesen. Sie hat auch nicht im Chor mitgesprochen, wie alle anderen! Und dann auch noch Fotos gemacht! Frech. Naja, zumindest hat sie mir ein Foto zukommen lassen. Es geht wohl bergab - vonwegen Chinas Top7 Universität, wenn da so was arbeiten darf! So sieht das jedenfalls dann aus.

Über Anregungen, also vorallem leichte Gesprächsvorschläge/Spiele, bei denen möglichst die Schüler und nicht ich viel sprechen können, für meinen Sprechunterricht würde ich mich sehr freuen. Ich habe kein Lehrbuch, beziehungsweise finde die Übungen, die mir deren Klassenlehrerin emfahl, nicht so toll. Sprachniveau ist: Lernen seit 6 Wochen (also ungefähr so lange wie ich Chinesisch), können bisher nur Präsens, keine Fälle, so fällt eine tolle Diskussion oder "Werwölfe von Düsterwald", was alle Chinesen kennen und gerne spielen (hat also auch Vorteile, wenn man so zahlreich ist!) noch aus.

I like to dance (in Huaihua - 怀化)

11Nov2012

Hier eine Impression vom Rückweg der Reise. Auf dem großen Bahnhofsvorplatzes der sont nicht besuchenswerten Stadt wird auch auch wieder getanzt. Wie überall.

 

Die Reise nach Südwesten III - Qiliangdong - 奇梁洞

10Nov2012

Ganz in der Nähe der Phönixstadt Fenghuang liegt das "ungewöhnliche Balken-Loch". Ungewöhnlich und daher äußerst besichtigenswert ist diese Höhle auf jeden Fall. An einigen Stellen ist nachgeholfen worden um Stalagmiten und Co. möglichst gut ins rechte, also schön bunte Licht zu rücken. Warum auch nicht? Die Höhle ist riesig, die größte Kammer bestimmt 50 Meter hoch, und bietet auch sonst alles, was das Höhlenliebhaberherz höher schlagen lässt: Wasserfälle, Echohallen, durch Felsspalten zwängen, feuchte Wärme und sogar ein bisschen karge Höhlenvegetation. Über mehrere Kilometer! Hier ein paar Eindrücke:

Die Reise nach Südwesten II - Fenghuang 凤凰

09Nov2012

Der Weg um nach Fenghuang (Fenghuang, der Phönix) zu kommen war nicht unweit, der Aufwand aber vollkommen gerechtfertigt:

Allein schon eine Stunde quer durch die Stadt mit Bus zum Bahnhof, 12 Stunden Nachtzug im "Hardsleeper"-Schlafwagen. Das ist dann ein sechs-Betten Abteil ohne Tür (geht daher nicht die Bezeichnung Abteil flöten?), die sechszig anderen schnarchenden Chinesen in Hörweite. Nach dem sensationellen Besuch in Hongjiang zweieinhalb Stunden mit dem Bus über furchteinflößende, unasphaltierte Serpentinen durch zuckerhutförmige Kugelberge. 

Irgendwann tat sich dann dort ein Tal auf, durch das sich ein wirklich sauberer (kaum zu glauben!) Fluss schlängelt, an dem sich knarzende Holzhäuser auf Stelzen aneinanderschmiegen und das so Inspiration für nächtelang durchsingende Chinesen ist.

Es leben 2 Minderheiten in Fenghuang, die Miao (苗) und die Tujia (土家). Die Blumenketten der Miao sind nicht nur wunderschön, sondern riechen auch unglaublich gut und werden in den Bergen gepflückt. Die Mädels am Fluss verdienen ihr Geld damit sich in der traditionellen Kleidung der Tujia fotografieren zu lassen, während die Miao eher fotoscheu (manche halten sich dann die Augen zu) sind.   

  

  

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Die Reise nach Südwesten I - Hongjiang Altstadt - 洪江 古商城

08Nov2012

Einige Tage frei! Wir beherrschen inzwischen schon genug Zeichen um mal eben Zugtickets aufzutreiben und wegzufahren. Das angestrebte Ziel ist die nordwestliche Ecke der Nachbarprovinz Hunan, bekannt für malerische Landschaften. Laut Reiseführer wäre Cameron hier zu Avatar inspiriert worden.

Das kleine Städtchen Hongjiang soll in seiner bemerkenswerten (und zwanzig Kilometer entfernten) Altstadt seine interessante Geschichte zeigen, die von der Lage zwischen zwei Flüssen herrührt und daher ein wichtiges Handelszentrum zur Zeit der Qing-Dynaste war. Außerdem könne man sich alles ganz in Ruhe ansehen, da es nicht zu touristisch überlaufen sei.

Ein bißchen anders war es schon. Viel los war da wirklich nicht. Der Bär steppt nicht grade in Hongjiang. Enge Häuser in grauen Gassen, die Bedeutung der einzelnen "besonderen" Gebäude erschließt sich nicht leicht. Zumindest hatten wir wohl Glück an diesem vernieseltem kalten Morgen: die beiden Mädels am Eintrittskartenschalter haben wohl vergessen uns die eigentlich geforderten 120RMB (so 15€) abzuknöpfen.

Aber einige Eindrücke haben wir trotzdem hier festgehalten.