Berichte von 12/2012

家常便饭 - jiācháng biànfàn - unser täglich Brot

18Dez2012

Es wird wohl mal Zeit unser alltägliches Leben etwas weiter zu beleuchten, ist es doch eventuell das, was die geneigten Leser noch mehr interessiert als Angeberfotos vor Sehenswürdigkeiten. 

Was braucht man zu Leben? HappaHappa und eine Bleibe über dem Kopf. Lasst Bilder sprechen!

 

Die ersten beiden Bildern zeigen einen Teil der Innenstadt mit dem Wahrzeichen der Stadt - der gelben Kranichpagode. Nein, das ist kein Spiel, sondern eine Karte. Diese Funktion, die meiner Meinung nach Google dem chinesischen Suchgiganten Baidu ruhig mal klauen könnte, zeigt auf dem dritten Bild die ungefähre Gegend, in der wir wohnen. Das Schild deutet genau auf unser Haus im Wohnkomplexes "Balihaoting". Nördlich von hier befindet sich der Campus der Universität, dieser erstreckt sich bis zu dem großen Kreisverkehr. Der Platz rundum heißt Guanggu und ist eine einzige riesige Shoppingmeile. Hier nun ein paar neue Bilder unserer Wohngegend:

ohne Statuen kein Pariser Wohngefühl?Trimmgeräte mit zweifelhaftem Fitnesseffekt ...  ...  ...Schade, dass es Winter ist.

Langweilige Hochhäuser? Vielleicht, aber dennoch bietet unser Wohnkomplex eine Oase der Ruhe inmitten der turbulenten, schmutzigen Stadt*. Solche abgesperrten Wohnkomplexe sind oft zu finden. Neben unserem Hauseingang findet sich noch ein Späti (Hurra!), ein Frisör (wie viele andere Ladeninhaber/innen schläft auch er in seinem Geschäft) und ein Schönheitschirurg. Letztes keine Seltenheit hier, auch Werbung dafür ist allgegenwärtig. Haben's wohl ganz gut getroffen! Zur Wohnung gehörte sogar noch ein schrottreifer Elektroroller. Mal schauen, ob man den wieder in Gang kriegt. 

家常便饭 - jiācháng biànfàn - unser täglich Brot 2

18Dez2012

In Wuhan und Region gibt es eine Spezialität zum Frühstück, die es auch uns sehr angetan hat: 热干面 - rè gān miàn - "heiße trockene Nudeln". Für äußerst erschwingliche 3 RMB, also in etwa 40 cent, bekommt der oder die Hungrige an vielen Orten oder eine Schüssel Nudeln mit Sesampaste und Sojasauce obenauf, als feine Note ein paar Möhrenschnipsel, manchmal auch Nussstückchen. Das ganze wird dann gut verrührt, mit Schnittlauch oder Koreander verfeinert, optional mit Tofustreifen oder einem Ei (es sei ersteinmal geübt ein ganzes Ei mit Stäbchen zu essen!) abgerundet. Und so sieht das dann aus [Bild1 und 2]:

热干面热干面 和 一碗面汤豆腐 和 饺子am Grillstand

Außerdem darauf abgebildet eine Suppe. Es gibt zu viele Unterschiedliche Arten Suppen, so dass diese nicht genauer bezeichnet werden kann. Bestellen wir Nudelsuppe, gibt's immer mal was anderes. Auf dem zweiten Bild erkennt man vage unser fast täglich (Abend)brot. Ganz in der Nähe unseres Wohnkomplexes befindet sich ein Nachtfressmarkt. Während sonst die Bürgersteige so spätestens ab 23 Uhr hochgeklappt werden, ist hier auch länger etwas Warmes zu bekommen. Verschiedene schmutzige Stände mit fragwürdigen Hygienestandards (zum Glück ist es aber nun abend schon kalt wie im Kühlschrank) bieten Gegrilltes (vorallem Fleisch), Reis- oder Nudelpfannen vom Wok, scharfe Suppen, deren Zutaten man sich selbst zusammenstellen kann [Bild 4], geröstete Kastanien, so etwas wie Crepes und vieles mehr. Auf Bild 3 oben links und unten rechts unser Liebling schlechthin: gebratener Tofu, mit leicht scharfer Note und Kräutern. Diesselbe Verkäuferin bietet auch wunderbar gewürzte Calamarisspieße. Links eine Schüssel Jiaozi, traditionelle Teigtaschen mit Gemüse, die man auch gerne mit Freunden zusammen zubereitet, leider aber auch oft mit Fleischfüllung. In diesem Fall nicht in Suppe, sondern knusprig vom Wok.

Ansonsten: Nein, gibt kein Brot. Nur Toastbrot. Das zählt aber auch mehr zu den Süßspeisen. Nein, außer Scheibentoastkäse kein Käse. Milch ja, aber teuer. Kaffee in Krümelform, arg vermissen wir auch getrocknete Tomaten. Auch die "westlichen" Supermärkte helfen da kaum. Fertiggerichte kann man auch kaum finden, es hat ja auch niemand einen Ofen. Dafür gibt Fisch zum selberangeln, Frosch und Schildkröte frisch im Supermarkt. Ist gewöhnungsbedürftig, riecht auch so. Die angehende investigative Journalistin hat das mal versucht möglichst reißerisch festzuhalten [Bild 5 und 6 weiter unten]. Ansonsten auch die Hygiene funzt etwas anders: Deo ist selten. Gibt auch kaum Körpercremes, wenn dann haben sie gerne Bleichungseffekt - wer will denn schon braungebrannt sein? Was noch? Für Fragen darf gerne die Kommentarfunktion genutzt werden.

Tiananmen Platz, Verbotene Stadt und Nationalmuseum

01Dez2012

Der Tiananmen Platz, die verbotene Stadt und auch das Nationalmuseum sind riesig und unheimlich spannend. Ich werde jetzt erstmal die Bilder hochladen und später werden wir versuchen noch mehr zu den letzten 3 Einträgen zu schreiben. 

Tiananmen Platz

Verbotene Stadt