ལྷ་ས་

30Juli2013

An dieser Stelle mal ein lange aufgeschobener Nachtrag über die letzte große Station unserer Abschlussreise quer durch das Reich der Mitte - Lhasa!

Das wir bis hierhin kamen war ein glücklicher Zufall. In dem Hostel, in dem wir in Chengdu blieben, wird auch ein Reisebüroschalter betrieben, an den wir uns aus einer spontanen Laune heraus einmal wandten und fragten, ob wir überhaupt die Erlaubnis, nach Tibet reisen zu dürfen, bekommen könnten. Dieses Jahr erst wurden die Bestimmungen wieder etwas gelockert. Wenn wir eine genau festgesetzte An- und Abreise einhalten und Lhasa nicht verlassen dürfen wir uns sogar alleine frei bewegen. Also bis auf die Sehenswürdigkeiten, die darf man nur mit angeheuertem Führer besichtigen. Aber auch hierfür hatten wir Glück, eine waschechte Tibeterin (sah aus wie 40, war aber so alt wie wir) begleitete uns vier Tage quer durch die Stadt unter den Wolken und wurde der Erläuterungen nicht müde. 

So reihten wir uns ein, wenn auch mit nicht auf den Boden werfender Hingabe, in den nicht enden wollenden Strom der Pilger, die, stets im Uhrzeigersinn, die heiligen Stätten in der Stadt, allen voran den Barkhortempel, umrunden. 

Der berühmteste Ort der Stadt, der Potala-Palast, überragt die gesamte Stadt um ein weites und ist von fast überall gut sichtbar. Natürlich haben wir ihn erklommen und besichtigt, können hier nur leider keine Fotos davon zeigen, wie er innen aussah, denn das Fotografieren ist verboten. Sahen wir doch nur einen Bruchteil der 999 Zimmer mit den insgesamt 999 Fenstern, nach zahlreichen privaten Gemächern und mauscheligen Empfangszimmern der verschiedenen Dalai Lamas, statuenbesetzen Tempeln und Grabmälern (die mit 12 Meter höchste Stupa, also ein Grab oder oberirdischer Sarkophag eines großes Buddhisten, der sich entschied sich nicht verbrennen zu lassen und in den Kreislauf wieder ein zu gehen, sondern unter den Sterblichen zu bleiben um Ihnen den Weg zu weisen, ist mit tonnenweise Gold verziert) weiß man schon nicht mehr wohin man vor lauter Staunen die Augen richten soll.

Wurde schon erwähnt, dass die intensive Religiosität in Tibet an vielen Orten sichtbar ist? So lag auch gar nicht weit von unserer Herberge dieser andere, endlich mal nicht von Touristen überlaufene, aber authetische Ort - der Schrein der tausend Buddhas. Hierher pilgern täglich tausende Tibeterinnen und Tibeter um (Yak-Butter-)Kerzen zu entzünden, zu beten oder zu meditieren. Rundum kann man hier auch viele Anhänger oder religiöse Glücksbringer kaufen, oder auch Steine, denn Gebete kann man so auch festhalten. Es kann dabei um alles mögliche gehen um was gebetet wird, vielleicht ist der Hund verstorben oder man wünscht seinen Verwandten Gesundheit, alles kann man dann in Stein meißeln lassen. Diese Steine werden dann übereinander gestapelt und so wachsen meterhohe Berge von Gebeten an den Wegesrändern!