Reisender, kommst du nach Xining...

26Juli2013

... verweile nicht. Oder zumindest nicht im Lete Youth Hostel. Es ist bescheiden günstig, und man bekommt auch genau das für sein Geld - kleine schmuddelige Zimmer an chaotischen Gemeinschaftsräumen, die seit zehn Jahren nicht mehr entstaubt worden sind, Möhle in jeder freien Ecke, ein Lächeln an der Rezeption kostet wohl schon extra. Okay, für einen Stromausfall kann man ja nix. Dabei haben sie's eigentlich ganz interessant, fast loftmäßig, dort oben in der 15ten und 16ten Etage eines Hochhauses. Sind wohl aber auch einfach überfordert mit dem Instandhalten eines Hostels. In der Nacht in der wir ankamen schlief auch jemand einfach auf der Couch im Gemeinschaftsbereich. Den Herr durften wir später etwas kennenlernen: Robert Neu, Reisejournalist. Zu der Zeit hing er etwas fest, da sich niemand bereiterklärte ihn zur Quelle des Jangtse zu bringen.  

Aber man will ja das Beste daraus machen, was man hat. Von den Rund 1,2 Millionen Einwohnern der Stadt Xinings sind ein Drittel Muslime, was man auch unverkennbar am Stadtbild erkennt. Insgesamt soll es etwa 40 Moscheen geben, die größte, die Dongguan-Moschee bietet bis zu 50000 Gläubigen Platz, während des Ramadan sollen bis zu 300000 Hui (so werden die chinesischen Moslems als Minderheit genannt) hierher pilgern. Das war uns mal einen Blick wert.

der Eingangder Platz zwischen Eingang und Betsaal das eigentliche Betsaal (interessanter Stil-Mix!)

Rund um die Moschee gibt es dann, wie auch in den meisten anderen Städten mit Hui-Minderheit, ein muslimisches Viertel. Auf den Straßen geht es rege zu, Verkäufer bieten frisches Obst und gebackene Fladen, kürzlich geschlachtetes Fleisch, Yak-Yoghurt und andere verschiedenste Lebensmittel lautstark feil, Taxen quetschen sich durch die Massen von Besuchern und über allem liegt ein bekömmlicher Geruch von Gewürzen.